Entstehung der Neuraltherapie nach Huneke

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Hausärztliche Gemeinschaftspraxis Dr. Weyer

Wenn heute zahllose Ärzte in vielen Ländern der Erde die Neuraltherapie anwenden, so war das bei weitem nicht immer so.

Die Geburtsstunde war vor 61 Jahren, als DR. FERDINAND HUNEKE 1925 seiner Schwester wegen einer schweren, seit Jahren bestehenden Migräne ein Präparat, das Novocain enthielt, intravenös injizierte. In Sekundenschnelle verschwanden die wahnsinnigen Kopfschmerzen. Die Schwester war von Stund an, erstaunlicherweise, völlig beschwerdefrei.


Bis zu diesem Zeitpunkt war Novocain noch nicht intravenös verabfolgt worden. Man hatte sogar angenommen, daß eine i. v .-Gabe dieses Präparates eine Gehirnlähmung verursachen könnte.
Ferdinand Huneke machte sich mit seinem Bruder, DR. WALTER HUNEKE, in der Folgezeit Gedanken darüber, was wohl die Ursache für diese sekundenschnelle Heilung gewesen sein konnte. Das injizierte Medikament, das schon vorher vielfältig angewandt worden war, konnte nicht der Grund sein. Die beiden Ärzte führten nun an sich selbst eine Vielzahl von i. v .-Novocain-Injektionen durch, um zu gewährleisten, daß eine geringe Verabfolgung (sie nahmen nie mehr als 1 ml) ohne Schaden vertragen wurde. In den folgenden Jahren konnten sie auf gleiche Weise wie bei ihrer Schwester einen relativ hohen Prozentsatz von zu ihnen kommenden Migränepatienten heilen oder doch zumindest deren Kopfschmerzen lindern.
Als Ferdinand Huneke eines Tages einen gleichen Effekt durch die Verabreichung des Medikamentes paravenös (“neben die Vene”) an das Venengeflecht und nicht in die Blutbahn erzielte, stand für ihn fest, daß die Heilung nicht über die Blutwege stattgefunden hatte, sondern über das vegetative Nervensystem, wie er schon vorher vermutet hatte.


Bis zur ersten Veröffentlichung in der »Medizinischen Welt« 1928, in der die Hunekes ihre, bis dahin gewonnenen Erkenntnisse unter dem Titel »Unbekannte Fernwirkungen der Lokalanästhesie« veröffentlichten, hatten sie Tausende von Patienten behandelt, die durch die neuartigen Heilerfolge angezogen worden waren.

Entwicklung der Segmenttherapie

Über diese i. v .-und paravenöse Gabe hinaus injizierten die Hunekes das Mittel direkt in Schmerzregionen. Dabei stellten sie fest, daß auch hierdurch eine Vielzahl von Erkrankungen gebessert oder geheilt werden konnte. So wurde das Impletol z.B. bei einem Schulter-Arm-Syndrom in den ausstrahlenden Schmerzbereich der Halswirbelsäule und des Oberarms injiziert, bei einer Gallenkolik in die dafür typischen Hautzonen, bei Kopfschmerz kranzförmig rund um den Schädel. Im Laufe der Jahre entwickelten sie so die heute weltweit anerkannte Segmenttherapie Schon seit Jahrhunderten ist bekannt, daß z.B. Massagen, Auflagerungen mit Heusäcken, Schwamm- oder Moorpackungen sowie Wickel einen günstigen, heilenden Effekt über die Haut verursachen können.
Heute weiß man, daß von den inneren Organen zur Haut und umgekehrt nervöse Verbindungen bestehen und daß man von diesen sogenannten Head'schen Zonen aus über die cutivisceralen Reflexbögen eine Beeinflussung auf entsprechende Organe ausüben kann. Auch das ist im weiteren Sinne Neuraltherapie.

Erstes Sekundenphänomen 1940
Als Krönung der Neuraltherapie wurde im Jahre 1940 von Ferdinand Huneke das in der Medizin unter dem Namen »Huneke-Phänomen« bekannte »Sekundenphänomen« entdeckt. Eine Patientin, die schon ein Jahr zuvor aus Breslau zu ihm nach Düsseldorf wegen einer äußerst hartnäckigen Periarthritis-humeroscapularis zur Segmenttherapie gekommen war, hatte leider erfolglos weder heimreisen müssen, Sie kam jetzt zum zweiten Mal, nicht wegen ihrer weiterhin äußerst schmerzhaften Schulter in die Behandlung, sondern wegen einer stark eiternden Osteomyelitisnarbe des rechten Unterschenkels. Man hatte der Frau vorher vergebens alle Zähne gezogen, die Mandeln entfernt, um so mögliche Störherde für die Schulterarthritis zu beseitigen Man folgerte jetzt, daß die Osteomyelitis des Unterschenkels der auslösende Faktor für die Schmerzen im Schulterbereich sei und hatte eine Amputation des Unterschenkels vorgeschlagen. Die Patientin wollte aber vor der Operation noch ihre Narbe und das Entzündungsgebiet von Ferdinand Huneke behandeln lassen, sozusagen als letzten Versuch.
Als Ferdinand Huneke wenige Teilstriche seines lmpletols in die Narbe injiziert hatte, verschwanden in der gleichen Sekunde die wahnsinnigen Schulterbeschwerden. Das war das erste »Sekundenphänomen«. Von diesem Augenblick an behandelten die Brüder Huneke nicht mehr Krankheiten ausschließlich über das entsprechende oder benachbarte Segment, sondern sie entwickelten die gezielte Störfeldbehandlung. Das ist die Suche nach ursächlichen Störungen, aus denen die verschiedensten Erkrankungen resultieren.
Sie fanden dabei heraus, das vorausgegangene Erkrankungen, Verletzungen oder Operationsnarben als Störfelder angesehen werden können. Huneke sagte. »Jede Stelle des Körpers kann zum Störfeld werden«.


In den Jahren nach dieser Entdeckung wurde die Zahl der Neuraltherapieanhänger, die sich in der Hunekeschen Praxis von dem Bestehen des Sekundenphänomens überzeugen konnten, ständig größer. Heute fragt man sich, wie konnte die Medizin ohne Neuraltherapie auskommen?

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